Sowohl IntelliJ als auch die Variante Android Studio löschen nicht ihre Caches, wenn sie aktualisiert werden. So sammeln sich innerhalb einiger Monate insgesamt weit über 20 GB. Die Daten kann man gefahrlos löschen.
Die Entwickler des Upgrade-Prozesses haben keine Lust dazu, das zu automatisieren. Weil Endnutzer sich ja eine neue SSD kaufen können, wenn die alte voll ist. Schulterzuck.
So eine Ressourcenverschwendung finde ich arrogant. Entwickler tragen die Verantwortung für effizientes Verhalten ihres Systems. Hier: #fail.
Kürzlich kam diese Mail von einem bekannten Anbieter von digitalen Büchern und Lesegeräten:
Die Mail geht noch ein bisschen weiter, unter anderem wird mir ein 20%iger Rabatt auf neue Kindle-Geräte angeboten.
Weil das alles etwas kompliziert ist, übersetze ich es mal kurz:
„Schmeißen Sie Ihr altes Gerät weg, auch wenn es noch funktioniert und kaufen Sie gefälligst endlich ein neues, damit wir Kohle an Ihnen verdienen.“
Mir kann keiner weismachen, dass eine vorhandene technische Unterstützung nur mit erheblichem Aufwand aufrecht erhalten werden kann. Mag sein, dass interne Zertifikate abgelaufen sind oder die alte Software irgendwelche Neuerungen am Kindle-Datenformat nicht verstehen. Natürlich könnte man die Software aktualisieren, wenn man wollte, aber … och nö. Lieber unnötig Elektroschrott erzeugen und den Kunden Geld aus der Tasche ziehen. Geschäftsstrategie: Obsoleszenz!
Hier meine Antwort an Amazon in Form eines offenen Briefs (da die Mail natürlich von no-reply@amazon.de kam):
„Liebes, Amazon, den Teufel werde ich tun und mein funktionsfähiges Gerät wegschmeißen. Zwar könnte ich neu im Kindle-Shop gekaufte E-Books nicht mehr auf den alten Kindle runterladen – aber ich kann EPUBs (meist zum gleichen Preis) in anderen Shops kaufen und über ein banales USB-Kabel auf das Gerät kopieren. Sie verdienen also nicht nur ZERO an mir für ein neues Gerät, sondern auch ZERO an den von mir nunmehr auf anderen Plattformen erworbenen E-Books. Meine Frage dazu wäre nur: War ihre Maßnahme jetzt wirklich profitabel oder wurde der verantwortliche Manager wegen Verstoß gegen etwaige Nachhaltigkeits-Richtlinien des Unternehmens gefeuert?“
Fun Fact: Die Mails enthält mehrere HTML-Links zu den Kaufseiten neuer Kindles, die Adresse der Hilfeseite (https://www.amazon.de/help/kindle/devicedeprecation) ist jedoch nicht verlinkt, man muss sie copy-pasten. Sicher ein Versehen des Verfassers der Mail. Selbstverständlich gibt es auf genannter Seite keine Kontaktadresse, um einen gesalzenen Kommentar hinzuschicken, man kann aber immerhin „war nicht hilfreich“ und „mir gefällt diese Richtlinie nicht“ anklicken. Diese Feedbackdaten werden GANZ BESTIMMT ausgewertet und künftig bei ähnlichen Entscheidungen berücksichtigt. Ist doch selbstverständlich für einen tollen, kundenorientierten Konzern wie Amazon!
Ich bin mir sicher, dass mein alter Kindle noch sehr lange hält – und kaufe mir danach garantiert kein Amazon-Gerät.